Dieses Ehrenmal wurde in den Jahren 1931 bis 1933 durch den damaligen Regimentsverband des ehemaligen rheinischen Infanterie Regiments von Horn Nr. 29, mit Unterstützung der Ortsgemeinde Rheinbrohl, des damaligen Amtes Leutesdorf (jetzt Verbandsgemeinde Bad-Hönningen) und dem Kreis Neuwied errichtet.
Die aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrten 29er schlossen sich Anfang 1921 zusammen und fassten den Beschluss, für ihre gefallenen Kameraden in der Heimat eine Ersatzruhestätte als Gedenkstätte zu schaffen.
Die Vertretertagung in Köln im Jahre 1927 und der Regimentstag 1928 in Altenkirchen erklärten nach vielen Verhandlungen als Standort für das Ehrenmal einstimmig die Rheinbrohler-Lay. Maßgebend für diese Entscheidung waren die zentrale Lage von Rheinbrohl sowie die besondere Eignung der Landschaft. Von den vier Standortvorschlägen: „Trier, Ehrenbreitstein, Erpel und Rheinbrohl“ lag Rheinbrohl annähernd im Zentrum des damaligen Rekrutierungsgebietes für das 29er Regiment (Ahr, Eifel, Saar, Mosel, Hunsrück, Rhein, Westerwald, Siegerland).
Mit dem Entwurf des Ehrenmals wurde Professor Burger aus Mayen beauftragt.
In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit vollzogen sich ab 1929/1930 die Vorarbeiten für den Aufbau. Am 20. September 1931 konnte man bereits zur feierlichen Grundsteinlegung schreiten.
Die Einweihung selbst fand in den Tagen vom 6. bis 7. Juli 1933 statt. Es wurden zugleich Tage des Wiedersehens für die alten Regimentsangehörigen. Weit über 3000 Menschen kamen damals nach Rheinbrohl, um ihre Verbundenheit mit dem Ehrenmal zu bekunden. In den folgenden Jahren wurde ein starker Besucherstrom aus dem In- und Ausland verzeichnet.
Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 brachten es zwangsläufig mit sich, dass es um das Ehrenmal still wurde. In den Märztagen des Jahres 1945 lag Rheinbrohl unter starkem Beschuss des amerikanischen Artilleriefeuers und war mehreren Luftangriffen ausgesetzt. Es entstanden große Schäden. Hierbei wurde auch das Ehrenmal schwer getroffen und zum Teil zerstört.
Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre erinnerten sich Freunde trotz der eigenen Not wieder an das Ehrenmal auf der Lay. 29er Kameraden aus dem Raum Bonn-Düsseldorf besorgten unter äußerst schwierigen Verhältnissen Materialien, damit eine behelfsmäßige Abdeckung der Kapelle erfolgen konnte, um somit einem weiteren Verfall vorzubeugen. An dieser ersten Aktion beteiligte sich auch die Gemeinde Rheinbrohl, unter Mitwirkung hiesiger 29er Kameraden und des Junggesellenvereins.
Noch einmal wurde es jahrelang ruhig um die Gedächtnisstätte, bis sich 1958/1959 die jetzige Vereinigung ehem. 29er und Förderer des Ehrenmals e.V. Rheinbrohl bildete, um den Wiederaufbau dieser einmalig gelegenen Gedenkstätte in die Hand zu nehmen.
Zahlreiche 29er Veteranen aus dem ganzen Bundesgebiet, ehem. Soldaten, insbesondere Angehörige der rheinischen 34. Division (2. Weltkrieg), viele Bürger aus Rheinbrohl und Umgebung, besonders die Jugend, wurden für den Wiederaufbau gewonnen. So konnte mit Unterstützung der Bundeswehr, der Gemeinde Rheinbrohl, der Verbandsgemeinde Bad-Hönningen, dem Kreis Neuwied, das Werk im Jahre 1961 gemeinsam beendet werden.
Mit einer würdigen Feier zum Wiederaufbau der Gedenkstätte am 6. und 7. Mai 1961 fand die mühevolle Arbeit aller Beteiligten eine wohlverdiente Anerkennung.
Seit dem Wiederaufbau wird das Ehrenmal mit seinen Anlagen durch freiwillige Arbeitsgruppen der freiwilligen Feuerwehr, des kath. Junggesellenvereins, der Nachbarschaft der Gaulentaler und der Vereinigung ehem. 29er und Förderer des Ehrenmals gepflegt und verschönert. Im Jahresablauf sind mehrere freiwillige Arbeitseinsätze erforderlich, deren Durchführung infolge zahlreicher Geldspenden sowie diem Entgegenkommen der Orts- und Verbandsgemeinde ermöglicht wird und somit der Erhaltung des Gemeinschaftswerkes dient.
Mit 20 Personen begann die Vereinigung 1958/1959 und umfasst heute durch ein kontinuierliches Anwachsen der Mitgliederzahl ca. 400 Kameraden. Schon seit vielen Jahren ist die Vereinigung durch das Finanzamt Neuwied als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
Die Gedächtniskapelle
Schlicht und einfach ist das Äußere des Bauwerks, das zum Gedenken an die 3540 Gefallenen des 29er Regiments errichtet wurde und heute, seit dem Wiederaufbau, dazu Gedächtnisstätte für alle Opfer der Kriege und Mahnmal für die Lebenden ist.
Die Eingangstür, Eichenholz mit Kupfer beschlagen, lässt aus den Buchstaben den Bibelspruch erkennen: „Größere Liebe hat keiner als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“.
Die Namen der 3540 Gefallenen sind in dem Goldenen Buch verewigt, das in dem Sarkophag aus dauerhaftem Lavastein verschlossen liegt. Weiter im Innern der Kapelle befindet sich das Relief, eine künstlerische Schöpfung von Professor Burger, Mayen, der das nachstehende Kapitel 6, 1-8 der Offenbarung des hl. Johannes zu Grunde liegt.
„Und ich sah ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen. Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben. Und ich sah ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden! Und ich sah ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden.“
Das Relief zeigt diese apokalyptischen Reiter, die in dieser Vierergruppe den Krieg, die Pest, den Hunger und den Tod verkörpern. Unten sieht man zwischen der Darstellung der Ortschaften in Krieg und Frieden zwei gefallene Soldaten, die ihr Leben ließen für ihre Heimat. Über dem Bildnis schreitet der Sämann Friedenssaat säend, zeigend, dass alle Menschen aus den Schrecken und Nöten des Krieges lernen sollten, wieder zu ruhiger, sinnvoller Friedensarbeit zurückzufinden.
Vier größere Tafeln aus Muschelkalkstein, angebracht an den Seitenwänden, auf denen die Anzahl der Gefallenen der einzelnen Kompanien verewigt sind, wollen den Sinn des Ehrenmals noch einmal unvergesslich nahe bringen.
Aus dem Innern der Kapelle kommend, sieht man in dem sie umgebenden Mauerwerk eine Anzahl Lavabasalt-Tafeln der einzelnen Ortsgruppen des ehem. Regimentsverbandes der 29er sowie der im Rahmen des Wiederaufbaues mitwirkenden Gemeinschaften.
Möge das Ehrenmal in der heutigen Ära zu einer ruhigeren, entspannten Zeit führen, aus der wir erkennen können, dass sich die Völker der Erde gemeinsam bemühen, den Schlüssel zu finden, der das Tor öffnet für alle zum Leben mit Gott in Frieden und Freiheit. |